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PV-Einzählermodell für Hausstrom und Nachtspeicherstrom

Guten Tag,
ich betreue die Wohnungseigentümer eines Mehrfamilienhauses. Diese möchten ggfls. in eine PV-Anlage investieren. Die Dachfläche(n) sollte Module für 20 kWp bis zu 35 kWp problemlos aufnehmen können. Die genauen Stromverbräuche sind derzeit noch nicht bekannt.

Es sind sind insgesamt 13 Stromzähler installiert:

  • 1 x Allgemeinstrom
  • 6 x Hausstrom
  • 6 x Zähler für Nachtspeicherheizung

Funktioniert das Einzählermodell auch mit dieser Konstellation?

Gibt es schon praktische Lösungsansätze?

Vielen Dank für Eure Antworten

Hallo NorbertL

Das Einzählermodell ist ein standardisiertes Messkonzept; bei der NetzeBW wird dies als Messkonzept 13 bezeichnet, bei anderen Messstellenbetreibern kann das gleiche oder ein vergleichbares Messkonzept eine andere Bezeichnung haben.
Bei diesem Messkonzept ist ausdrücklich vorgesehen, dass Zähler hinter dem Hauptzähler eigene Stromverträge haben dürfen und vom Messstellenbetreiber korrekt abgerechnet werden müssen.

In Ihrem Fall gibt es mehrere Möglichkeiten:

  1. Der Allgemeinstromzähler und die 6 Hausstromzähler (und die PV-Anlage) bekommen einen neuen Summenzähler mit Einzählermodell.
    Die 6 Nachtstromzähler bleiben wie sie sind.
  2. Alle 13 Zähler und die PV-Anlage kommen hinter den neuen Summenzähler mit Einzählermodell.
    Die 6 Nachtstromzähler behalten ihre Stromverträge und werden vom Messstellenbetreiber als "Marktteilnehmer" behandelt.
    Diese Konstellation klingt erst mal absurd, kann aber in in einigen Verbrauchssituationen erhebliche Vorteile bringen.  Für eine Abschätzung braucht man belastbare Verbrauchsangaben.
  3. Die Wohnungsinhaber prüfen, ob sich der Nachtstromtarif beim Betrieb einer eigenen PV-Anlage überhaupt noch rentiert.
    Ich habe gerade bei ENBW nachgeschaut: jede Partei zahlt für den Nachtstromzähler 120,96 €/Jahr Grundgebühr, der Unterschied zwischen Normaltarif und Nachtstromtarif beträgt nur noch 7,18 ct/kWh.

Es gibt verschiedene Lösungen - aber kein Pauschalurteil, welche Lösung die beste ist.
In unseren Workshops wollen und können wir genauer auf solche Fragen eingehen (und auch ein wenig rechnen).
Sie erreichen uns auch direkt unter mfh@buergersolar-herrenberg.de

 

NorbertL hat auf diesen Beitrag reagiert.
NorbertL

Schön, dass Sie eine WEG betreuen.

Noch eine kleine Ergänzung zur Aussage von Klaus, die ich nur unterstützen kann:

Kapitel 5.1.4 Abschnitt "Gemeinsame Wärmepumpe" im Leitfaden gilt sinngemäß auch für Nachtspeicherheizungen, siehe Leitfaden – PV4WEGs.

NorbertL hat auf diesen Beitrag reagiert.
NorbertL

Hallo,

ja leider habe ich von diesem Modell zu spät erfahren.
Wir stellen derzeit das Energiekonzept unseres eigentlich noch recht jungen MFH (Baujahr 2008) um.
Als erstes wird zur Zeit eine Pv-Anlage mit 38,2 kWp mit einem Speicher mit 44 kWh gebaut. Die Module sind auf dem Dach installiert. Die Montage im Haus geschieht ab dem 29. Oktober.
Nachdem ich mich ein bisschen hier auf PV4WEGs umgesehen habe, ärgere ich mich doch, dass wir uns für die GGV entschieden haben und als Dienstleister die Firma Vrey engagiert haben. 3900 €, netto für die Grundausstattung mit 16 Zählern (14 Wohnungen, Allgemeinstrom und Erzeugungszähler) zuzüglich der Umbaukosten für die Zähler. Dann auch noch jährliche Gebühren von 1067,65 €, netto für Messstellengebühr, Datenanbindung und Abrechnung. Ärgerlich in diesem Zusammenhang auch noch die Tatsache, dass man uns auf die Umbaukosten für die Zähler erst später hingewiesen hat.
Wenn man diese mit einbezieht wäre natürlich auch die Alternative eines Zählers mit Wandler auf die gleichen Kosten gekommen und wir hätten keine jährlichen Gebühren.
Vielleicht der einzige Vorteil ist, dass nun jeder einen Smartmeter hat und damit eventuell günstigeren Strom beziehen kann.
Ob es sich nun lohnt noch einmal umzusteigen weiß ich nicht. Zumal war es schwierig die Gemeinschaft vom ersten Konzept zu überzeugen.

Insgesamt aber wurde dann aber doch beschlossen, die Infrastruktur für Wallboxen zu schaffen und auch das Projekt Wärmepumpe (für eine sehr reeparaturanfällige Gas-Brennwertheizung) anzugehen.

Vielleicht kann mir dazu Tipps geben wie auch zur Situation mit der GGV.

Viele Grüße
Werner