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Integration von Wärmepumpen

Wie sehen die Messkonzepte für das EZM aus, wenn ein spezifischer Wärmepumpentarif genutzt werden soll? Ist das nur durch einen zusätzlichen angemeldeten Zähler parallel zu den gemeinsamen Zähler möglich? Gibt es Erfahrungen bzw. Berechnungen, wie die jeweilige Kosteneinsparung errechnet wird für die verschiedenen Alternativen?

PhilippSchmid hat auf diesen Beitrag reagiert.
PhilippSchmid

Ein spezieller Wärmepumpentarif verhält sich wie eine nicht-teilnehmende Wohnung.  Das ändert nichts am Messkonzept. Solange die WEG noch Reststrom bezieht, reduziert das den Direktverbrauch nicht.

Damit das Sinn ergibt, sollte die Ersparnis durch den günstigeren kWh Preis eines Wärmepumpentarif die zusätzliche Stromgrundgebühr rechtfertigen.

 

PhilippSchmid hat auf diesen Beitrag reagiert.
PhilippSchmid

Wir überlegen in unserer WEG erstmal die Gasheizung durch Wärmepumpen zu ersetzen und da kam die Frage auf, ob es sinnvoll wäre, auch PV zu installieren.

Wie berechne ich die Wirtschaftlichkeit mit Wärmepumpe am besten? Mein Ansatz war jetzt den über das Jahr ähnlich verlaufende Strombedarf für die Warmwasserbereitung als Allgemeinstrom anzugeben. Gibt es eine bessere Methode?

Es wäre natürlich cool, wenn man in der Excel Datei zur Wirtschaftlichkeitsrechnung auch eine Wärmepumpe ergänzen könnte (auch wenn das Verbrauchsprofil natürlich nicht sehr gut zu PV passt).

Vielen Dank, Jochen Rivoir und das Team von pv4wegs.de für die großartige ehrenamtliche Arbeit! Das sieht nach extrem viel Zeit und Herzblut aus, was ihr da reingesteckt habt und hilft extrem weiter!

Wärmepumpe und PV Anlage betrachten wir gerne separat.

Die Planung einer Wärmepumpe ist eher ein Thema für die Energieberatung. Man startet hier bei einer Betrachtung des Gebäudes (mögliche einfache Dämmmmaßnahmen), erstellt dann eine Heizlastberechnung und kommt so zu einer Dimensionierung der Wärmepumpe. Im weiteren Verlauf des Projektes wird dann noch jeder Raum betrachtet um sicherzustellen, dass die Heizflächen ausreichen. Aus der Heizlastberechnung kann man dann eine geeignete Wärmepumpe aussuchen und den benötigten Stromverbrauch zum Heizen und für das Warmwasser ableiten. Bei der finanziellen Betrachtung ist der Anschaffungspreis minus Förderung zu berücksichtigen und die Differenz aus den Betriebskosten (Verbrauchskosten Gas - Verbrauchskosten Strom).

Für die Kombination Wärmepumpe und PV Anlage gilt:

  • Für Heizen benötigt die Wärmepumpe Strom in den Monaten, in der die PV Anlage wenig Ertrag liefert, die Wärmepumpe bezieht also viel Strom vom Netz. 
  • Für die Warmwasserbereitung im Sommer kann viel PV Strom verwendet werden. Ein großer Warmwassertank hilft hier den PV Anteil zu erhöhen, das Warmwasser sollte dann in den Mittagsstunden bei maximaler Sonneneinstrahlung erwärmt werden.

Eine Berechnung des Stromverbrauchs (Netz und PV-Stromanteil) der Wärmepumpe ohne exakte Ergebnisse aus der Heizlastberechnung hat sich nicht bewährt. Es gibt Programme, welche hier mit groben Annahmen (Hausgröße, Bauweise etc.)  arbeiten oder vom heutigen Gasverbrauch ausgehen, es hat sich aber herausgestellt, dass die realen Werte hinterher stark von den Rechenergebnissen abweichen. Eine solche Berechnung macht deshalb keinen Sinn. 

Für die Entscheidungsfindung ist die Berechnung eigentlich nicht nötig, wir empfehlen den Eigenverbrauchsanteil und die Amortisation der PV Anlage ohne eine Wärmepumpe zu berechnen. Die PV-Anlage im MFH amortisiert sich recht schnell, die Investition macht auch ohne eine Wärmepumpe viel Sinn. Die Wärmepumpe erhöht noch einmal den Eigenverbrauchsanteil und sorgt für eine noch schnellere Amortisation, man bekommt also einen Bonus. 

Gruß aus Gäufelden

Michael Kögler